Nebel: Kapitän verliert Orientierung

Güterfrachtschiff läuft bei Vilshofen auf Grund – 1000 Tonnen Kunstdünger geladen

Bedingt durch starken Nebel verließ das Schiff die Fahrrinne und fuhr sich fest. - Foto: Freiwillige Feuerwehr Windorf

Vilshofen. Ein Großaufgebot an Feuerwehren ist gestern zum Bootshafen ausgerückt. Grund: Der Schiffsführer eines Gütermotorschiffes hat im Nebel die Fahrwassermarkierungstonnen verwechselt, ist mit seinem Frachter auf Grund gelaufen.

Wie die Wasserschutzpolizei mitteilt, war das Güterschiff gegen 7.35 Uhr auf der Donau in Richtung Deggendorf unterwegs. Es herrschte dichter Nebel. Bei Flusskilometer 2251,4 auf Höhe von Wimhof ist der mit 1000 Tonnen Kunstdünger beladene Frachter außerhalb der Fahrrinne auf Grund gelaufen. „Bei dem Kontakt mit einem Felsen wurde ein Leck in die Außenhaut des Schiffes gerissen, Wasser dringt ein“, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei. „Da das Schiff doppelwandig ist, gehen wir derzeit davon aus, dass das Wasser nicht mit dem Kunstdünger in Kontakt kommt und somit keine Gefahr für die Umwelt besteht“, sagt Rudi Bauer, Chef der Wasserschutzpolizei, vor Ort. Der Frachter sei stabil und liege außerhalb der Fahrrinne, so dass die Schifffahrt nicht beinträchtigt sei.
Das eindringende Wasser wurde von rund 120 Kameraden aus zwölf Feuerwehren sowie Kräften des THW abgepumpt. Auch die schiffseigenen Pumpen waren im Einsatz.

Am Bootshafen in Vilshofen wurde die Einsatzleitung eingerichtet. – Foto: Freiwillige Feuerwehr Windorf

Das Wasserschiffahrtsamt war auch an der Unfallstelle. Mittags stand fest, dass die Schiffsladung zunächst umgeladen werden muss, damit der Frachter zur Reparatur in eine Werft gebracht werden kann. „Mit Selberfahren geht da nichts mehr“, so Rudi Bauer nach der Lagebesprechung. Da allerdings bis zum frühen Nachmittag noch kein leeres Güterschiff an der Unfallstelle sein konnte und bei Dunkelheit ein Umladen nicht möglich ist, werden sich die Bergungsarbeiten wohl bis mindestens heute, Donnerstag, ziehen. Über Nacht hat laut Wasserschutzpolizei das THW die Aufgabe übernommen, das ins das Güterschiff eindringende Wasser abzupumpen. Über die Schadenshöhe war bis Redaktionsschluss nichts zu erfahren.

© Text: Passauer Neue Presse vom 23. November 2017
© Fotos: Freiwillige Feuerwehr Windorf