Feuerwehr simuliert Stadtplatz-Brand

Rund 100 Einsatzkräfte aus elf Wehren beteiligt

Ein Haus am Vilshofener Stadtplatz steht in Flammen. Das war das Szenario einer Feuerwehrübung. - Foto. Freiwillige Feuerwehr Zeitlarn

Vilshofen. Es ist der Albtraum für alle, die am Vilshofener Stadtplatz wohnen oder arbeiten: Ein Gebäude in zentraler Lage geht in Flammen auf. Diese drohen, auf die Nachbarhäuser überzugreifen.
Wer am Mittwochabend am Stadtplatz war, konnte meinen, genau das passiert gerade. Denn Feuerwehren standen vor einem Haus, aus dem Rauch und Schreie kamen. Zum Glück war das Teil einer Übung, die die Löschkräfte durchführten, um sich mit den Eigenheiten des Stadtplatzes vertraut zu machen.

Größere Brände gab es hier schon lange nicht mehr. Früher war das anders: Die halbe Stadt wurde vernichtet, als es Ende des 18. Jahrhunderts am Stadtplatz heftig brannte. Ähnlich verheerend war der zweite Vilshofener Stadtbrand Anfang des 19. Jahrhunderts.

Dass es heutzutage zu solchen Katastrophen kommt, ist weniger wahrscheinlich als früher – aber freilich nicht ausgeschlossen, wie ein Blick nach Straubing beweist: Am dortigen Stadtplatz war 2016 ein Feuerwehr-Großaufgebot im Einsatz, als das Rathaus brannte. Sollte am Vilshofener Stadtplatz Feuer ausbrechen, könne „er jetzt beruhigter reinfahren“, sagte Kreisbrandinspektor Hans Walch bei der Nachbesprechung der Übung. Er und andere Feuerwehr-Führungskräfte hatten die Simulation mit rund 100 Einsatzkräften organisiert. Geleitet wurde sie von Vilshofens Kommandant Markus Schütz. Beteiligt waren die Feuerwehren Vilshofen, Albersdorf, Schwanham, Alkofen, Aunkirchen, Zeitlarn, Schönerting, Windorf, Weng, Pleinting und Osterhofen.

Übung war absichtlich nicht angekündigt

Manche Feuerwehrkräfte löschten, andere befreiten – teils mit Drehleiter – Personen aus den oberen Stockwerken des Brandobjekts. Während der rund einstündigen Übung war der Stadtplatz gesperrt. Dass das nicht angekündigt worden war, gefiel nicht allen, war aber von der Feuerwehr so gewollt: Die Übung sollte einem Ernstfall, der sich ja auch nicht ankündigt, so stark ähneln wie nur möglich, hieß es.

Beim Brandobjekt handelte es sich um ein ehemaliges Bekleidungsgeschäft. Für Aufsehen gesorgt hatte das Haus übrigens schon zweieinhalb Jahre vor der Feuerwehr-Übung: Berichte der Regenbogenpresse, Volksmusik-Moderator Florian Silbereisen habe das Gebäude gekauft, hatten damals einen riesigen Medienwirbel ausgelöst. Aus dem Gebäude soll ein Ärztehaus werden, die Umbauarbeiten sind seit längerer Zeit am Laufen.

© Text: Passauer Neue Presse vom 22. September 2017
© Foto: Passauer Neue Presse vom 22. September 2017