Patenbitten wurde zur „harten Nuss“

Otterskirchener Feuerwehr steht bei der 150-Jahr-Feier an der Seite ihrer Windorfer Freunde

Acht Hände für ein Halleluja! Christian Heindl, Martin Bär, Erich Krenn und Hans Schober hatten diese zum Bitten gefaltet, das kantige holz drückte elendiglich. Wie heißt es: der Gerechte muss leiden! Nicht umsonst. - Foto: Freiwillige Feuerwehr Windorf

Otterskirchen. Mit Mann und Frau war die Freiwillige Feuerwehr Windorf in Otterskirchen angerückt. Der Grund: Die Windorfer baten die Otterskirchener, ihnen wie schon bei früheren Jubiläeum nächstes Jahr beim 150-jährigen als Pate zur Seite zu stehen. An ein uneingeschränktes „Ja, wir machen das“ der Otterskirchener von vornherein war aber nicht zu denken.Wie üblich mussten sich die Windorfer die Zustimmung hart verdienen.

Im Anzapfen geübt: Bürgermeister Franz Langer brauchte nur zwei Schläge, um das begehrte Nass zum Laufen zu bringen. Die Attrappe rund um das Fass stellte kein Hindernis dar. – Foto: Freiwillige Feuerwehr Windorf

Dass die Chemie zwischen den Feuerwehren passt, war in jeder Minute des Abends zu spüren. Nach dem gemeinsamen Zug, angeführt vom Musikverein Thurmansbang, vom Sinzinger-Parkplatz zum festlich ausstaffierten Feuerwehrhaus begrüßte der 1. Vorsitzende der FF Otterskirchen-Stetting, Robert Stadler, die Gäste. Unter ihnen waren 1. Bürgermeister Franz Langer, 2. Bürgermeister Klaus Opitz und Pfarrer Gotthard Würzinger.

Georg Maier moderierte die einzelnen Spiele und sorgte mit flotten Sprüchen für Kurzweil. – Foto: Freiwillige Feuerwehr Windorf

Auf einem Mini-Feuerwehrauto war ein Bierfaß montiert, das Franz Langer mit nur zwei Schlägen anzapfte. Für ein deftiges Essen als feste Magen-Unterlage hatten die Otterskirchener gesorgt, fürs Flüssige die nachbarlichen Gäste. Danach ging es ans Eingemachte, sprich die Prüfungen, die den Bittstellern auferlegt wurden.Diese hatten es in sich und zeigten, dass dem Einfallsreichtum an spaßigen „Gemeinheiten“ keine Grenzen gesetzt waren. Marktgemeinderat und Otterskirchener Feuerwehrmann Georg Maier moderierte ebenso gekonnt wie launig die zehn zu bewältigenden Aufgaben. Walter Glück und Robert Stadler assistierten bei diesem Gaudium, das Akteure und Zuschauer gleichermaßen zu Lachsalven hinriss. Georg Maier forderte Führungsriegen, Fahnenmütter, Jugendwarte und andere aus beiden Lagern. Franz Langer und Klaus Opitz wurden zu Juroren bestimmt. unter anderem galt es, diverse Biersorten bei verbundenen Augen am Geschmack zu erkennen, Trinkbecher mit einem Luftballon vom Tisch zu blasen, mit dicken Einsatzhandschuhen Euromünzen zu stapeln, 0,5 Liter-Getränke in ein Glas zu schänken und mit Strohhalmen wieder in die Flaschen zu füllen.

Augenzwinkernd gestanden Georg Maier und Robert Stadler kleinere Manipulationen zugunsten ihrer Protagonisten, was die Stimmung eher noch beförderte. Haushoch ging demnach auch die Punkte an die Heimmannschaft.

Fahnenmütter und Vorstands-Ehefrauen wurden mit Blumen bedacht – Trost für die häufige häusliche Abwesenheit der Jubiläums-Planer? – Foto: Freiwillige Feuerwehr Windorf

Es kam, was kommen musste: das traditionelle Holzscheitlknien. Martin Bär, Christian Heindl, Erich Krenn und Hans Schober wollten sich mit einem Gedicht aus der Affäre ziehen, um dem „Knie-Schafott“ zu entgehen, doch Otterskirchener wie Windorfer skandierten „hinknien, hinknien, hinknien!“ Das kantige Holz führte zu schmerzverzerrten Gesichtern. Artig falteten die Vier die Hände zur Bittgeste. Robert Stadler entlockte den Freunden das Versprechen, bei positivem Entscheid in einer Jubiläums-Nachfeier 2018 70 Liter Bier für die Otterskirchen-Stettinger Wehr bereitzuhalten.

Unter großem Applaus besiegelten Bär und Stadler die Übernahme des Patenamtes. Windorfs „Feuerwehrhäuptling“ stellte das Programm des Festes vom 20. bis 22. Juli 2018 vor und wies auf den schon anlaufenden Kartenvorverkauf für den Kabarett-Abend mit „Kneld & Kraut“ am 20. Juli hin. In einem kurzen Grußwort lobte und beschwor Bürgermeister Franz Langer den Zusammenhalt der Wehren. Die Thurmansbanger Musikanten taten das ihre, um dieses Patenbitten unvergessen zu machen.

© Bericht: Günther Neumeier, Passauer Neue Presse vom 10. Oktober 2017
© Fotos: Freiwillige Feuerwehr Windorf